Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

Ahorner

Von: Prof. Dr. Wilhelm Liebhart (1) / Günther Grünsteudel (2) (Stand: 14.5.2010)

  • 1) Joseph (Georg Franz von Paula) Ahorner von Ahornrain, * 1.4.1764 Augsburg, † 31.12.1839 Augsburg, Arzt. Seine aus dem Pustertal zugewanderte Familie stand ursprünglich in habsburgischen Diensten. Ein Onkel mütterlicherseits war der Maler Joseph Mages. Schüler des Gymnasiums bei St. Salvator, seit 1781 Theologiestudium in Brixen und Innsbruck, seit 1786 Medizinstudium in Wien. 1791 Heirat mit Karolina Sophia Juliana von Tromp. Seit 1793 katholischer Stadtarzt in Augsburg, Dekan des Collegium Medicum. Verfasser der Augsburger Medizinalordnung von 1801. Bemühte sich um eine zeitgemäße Armenpflege, gründete 1797 eine ärztliche Witwenkasse und 1828 eine ärztliche Waisenkasse. Leibarzt von Fürstbischof Klemens Wenzeslaus, der ihn in seinem Testament bedachte, und der Hortense Beauharnais während ihres Augsburger Aufenthalts. Seine Biographien von Ärzten des Augsburger Collegium Medicum werden in der Staats- und Stadtbibliothel Augsburg aufbewahrt.
  • Ahornerstraße (Oberhausen-Nord, Amtlicher Stadtplan I 6).
  • 2) Joseph Carl (Andreas) von, * 8.12.1791 Wien, † 10.6.1875 Augsburg, Jurist, Kreisschulreferent. Sohn von 1). Nach Studium in Innsbruck, Landshut und Erlangen (Dr. iur. 1812) Eintritt in den höheren Verwaltungsdienst. 1827-1868 Schulreferent des Oberdonaukreises (ab 1838 Kreis Schwaben und Neuburg), zuletzt Regierungsdirektor. Schon als Schüler im Augsburger Musikleben aktiv (u. a. in der Hofmusik von Fürstbischof Klemens Wenzeslaus). 1816 bis zur Gründung der Katholischen Studienanstalt (Gymnasium bei St. Stephan) 1828 ehrenamtlicher Leiter des Chores der katholischen Schüler des Gymnasiums bei St. Anna (Königliche Studienanstalt) in St. Peter. Anschließend bis zu seinem Tod Chordirektor von St. Stephan. Maßgeblich beteiligt an der Gründung und Organisation von Liebhaberkonzerten (seit 1816) und Gesangvereinen (seit 1830; Chorwesen). Aktiver Förderer der musikalischen Volksbildung in Augsburg, große Verdienste um das Volksschulwesen in Schwaben. Ritterkreuz des Michaels-Ordens (1850) und des Verdienstordens der bayerischen Krone (1860); Ehrenkreuz des Ludwigs-Ordens (1867).

(1) Jahrs-Bericht des historischen Vereins für den Regierungs-Bezirk von Schwaben und Neuburg 5/6 (1839/40), 73-77; Neue deutsche Biographie 1, 1953, 112 f.; Bosls bayerische Biographie, Ergänzungsband, 1988, 1 f.; Edith Seidl, Der katholische Arzt Joseph von Ahorner (1765-1839), in: Die Integration in den modernen Staat, 2007, 181–200.
(2) Repertorium der Pädagogik 30 (1876), 113-123; Franz Krautwurst, Musik im 19. Jahrhundert, in: Geschichte der Stadt Augsburg von der Römerzeit bis zur Gegenwart, 21985, 610 f.; Franz Krautwurst / Wolfgang Zorn, Bibliographie des Schrifttums zur Musikgeschichte der Stadt Augsburg, 1989; Theodor Rolle, Musikleben im alten St. Stephan. Zum 125. Todestag von Dr. Dr. Joseph von Ahorner, in: Stephania 72 (2000), S. 53-74.

Joseph Ahorner von Ahorrain



Wir freuen uns über Ihre Anmerkungen, Verbesserungsvorschläge und Ergänzungen zu den einzelnen Artikeln. Allerdings behalten wir uns das Recht vor, ungemessene Kommentare zu ignorieren. Gerne können Sie auch direkt per eMail Kontakt mit uns aufnehmen.

Kommentar zu diesem Artikel verfassen

Name:
Email:

Kommentar:
Bitte abgebildeten Sicherheitscode eingeben:


 



Wißner-Verlag Tel. 0821/25989-0