Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Alpershofer

(Albershouer), Kaufmannsfamilie

Von: Dr. Peter Geffcken (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • 1315-1498 in Augsburg nachweisbar; Herrenstube (Stubenzettel 1416). Der Name leitet sich von dem Ortsnamen Alberts-, Albrechts-oder Alpershofen ab, der im Augsburger Umland (z. B bei Biberbach, Gessertshausen und Moorenweis) mehrfach belegt ist; er bietet also keinen direkten Hinweis auf Verwandtschaft zwischen den verschiedenen Namensträgern. Ab 1315 sind Angehörige der Kaufmannsfamilie in Augsburg nachweisbar: die Brüder Konrad (I) und Hermann (II, † 2.8.1346/51), 1329 als Söhne eines Hermann bezeichnet. Um die Mitte des 14. Jahrhunderts sind verwandtschaftliche Beziehungen zu den patrizischen Völkwein und Brüning belegt; eine Zugehö­rigkeit zum Patriziat vor 1368 ist nicht eindeutig fassbar. Die Hauptlinie trat wohl 1368 der Kaufleutezunft bei; der verwandte Goldschmied Ulrich (I, † 1429/30) erscheint als Zwölfer der Salzfertigerzunft. Bedeutendster Vertreter der Familie war Hermanns Sohn Johann (I, † 1411/12). Als Neffe und Schwiegersohn von Stadtpflegern (Nördlinger, Rehlinger) besaß er beste Voraussetzungen für eine politische Karriere. Seit 1379 im Rat bezeugt, wurde er 1390 und 1395 zum Stadtpfleger gewählt, 1397 aber wegen Eigenmächtigkeiten als Baumeister vom Rat ausgeschlossen. Sein bedeutendes Vermögen (1396: 5100 fl Anschlagvermögen; 7. Stelle) lässt auf Tätigkeit als Kaufmann schließen. Der Sohn Johann (II, † nach 1441) ist wieder im Rat (1428/29) nachweisbar. Er und sein jüngerer Bruder Georg († nach 1439) versteuerten 1428 noch ein Anschlagvermögen von 3360 Gulden (47. Stelle) bzw. 3547 Gulden (46. Stelle). In den 1430er Jahren gerieten sie in wirtschaftliche Schwierigkeiten, die die Stellung der Familie nachhaltig erschütterten. Um 1437 musste Johann (II) das Erbe seiner Kinder an Pfleger übergeben. Nachdem er 1441 wegen ’frävelner wort’ gegen die Steuermeister verurteilt worden war, verschwindet er aus den Quellen; ebenso 1439 der in Konkurs gegangene jüngere Bruder Georg. Ihre Kinder blieben anfänglich in Augsburg. Johanns (II) Sohn Gilg († 1457), der für die Gruber-Podmer-Gesellschaft arbeitete, versteuerte nur noch ein mittleres Vermögen (1441-1454: um 370-480 Gulden Anschlagvermögen). Um 1455 gab er sein Bürgerrecht auf und wurde 1457 als Gefolgsmann des Stadtfeindes Claus Klinkhaimer hingerichtet. Obwohl die wirtschaftliche Lage des Bruders Ulrich (II, † 1498/1503) noch bescheidener war (1445-1462: um 250-300 Gulden Anschlagvermögen), zählte er 1457 offenbar noch zu den Gesellen der Herrenstube. Wohl um 1462/63 wechselte er durch Heirat in die Brauerzunft. Da in den 1450er Jahren auch Georgs Söhne abgewandert waren, erlosch mit ihm die Familie in Augsburg.

Eduard Zimmermann, Augsburger Zeichen und Wappen, 1970, 3099-3101; Dieter Weber, Geschichtsschreibung in Augsburg, 1984, Abb. 102.



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