Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Bachsche Seelhausstiftung

Von: Dr. Peter Stoll / Redaktion (Stand: 5.12.2011)

  • Das von Katharina Rehm (geb. Bach, * 1350) 1411 gestiftete Seelhaus am Hafnerberg (Lit. D 139) geht der Überlieferung zufolge auf eine Initiative ihres im gleichen Jahr verstorbenen Ehemanns Johann Rehm zurück. Vermutlich schon seit dem 15., spätestens jedoch seit dem 16. Jahrhundert waren die Seelfrauen zu ambulanter Krankenpflege (vor allem auch bei Mitgliedern der Stifterfamilie) verpflichtet. Nach dem Übergang der Reichsstadt an Bayern wurde die Verwaltung der Stiftungsvermögen zentralisiert und der Stadt übertragen; 1815 wurde das Seelhaus am Hafnerberg verkauft. 1847 schloss der Magistrat mit dem Mutterhaus der Barmherzigen Schwestern vom hl. Vinzenz von Paul in München einen Vertrag, demzufolge die Erträge der Stiftung künftig der Kongregation der Barmherzigen Schwestern zugute kommen sollten, die sich im Gegenzug verpflichteten, in Augsburg die ambulante Krankenpflege zu übernehmen. Den anfänglich drei Schwestern (und acht Pflegerinnen) wurde 1847 der bereits 1844 aus Stiftungsmitteln von den Maria-Ward-Schwestern erworbene St. Barbarahof als Bleibe zugewiesen, wo Kranke später auch stationäre Pflege erfuhren. Nach der Zerstörung des Barbarahofs 1944 räumte die Bachsche Seelhausstiftung den Schwestern das Erbbaurecht auf diesem Grundstück ein, worauf diese hier die St. Barbara-Klinik (geschlossen 1999) errichten ließen. Die selbstständige katholische Stiftung zur Pflege in Augsburg ansässiger Kranker (unabhängig von deren Konfession) in deren Wohnungen und gegen entsprechende Gebühren besteht bis heute.

Franz Eugen von Seida und Landensberg, Historisch-statistische Beschreibung aller Kirchen-, Schul-, Erziehungs- und Wohlthätigkeitsanstalten in Augsburg 2, 1812, 555 f.; Theodor Herberger, Die Seelhäuser und Seelgeräte in Augsburg, in: Zeitschrift des Historischen Vereins für Schwaben 3 (1876), 284 ff.; Anton Werner, Die örtlichen Stiftungen für die Zwecke des Unterrichts und der Wohltätigkeit in der Stadt Augsburg, 1899; Rolf Kießling, Bürgerliche Gesellschaft und Kirche in Augsburg im Spätmittelalter, 1971, 226; 125 Jahre Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom hl. Vinzenz von Paul Mutterhaus Augsburg, 1987, 22 f.; L. Rugel, Das Bachsche Seelhaus in Augsburg, in: Jahrbuch des Vereins für Augsburger Bistumsgeschichte 31 (1997), 166-196.



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