Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

Baumgartner

Johann Wolfgang, * angeblich 16.6.1712 in/um Kufstein/Tirol, † kurz vor 7.9.1761 Augsburg, Maler, Freskant, Zeichner, Hinterglasmaler

Von: Dr. Gode Krämer (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • Erlernte laut Georg Christoph Kilian (Staats- und Stadtbibliothek Augsburg, Cod. H. 31, 111 f.) nach Schmiedelehre beim Vater in Salzburg die Hinterglasmalerei. Reisen durch Österreich, Ungarn, Italien. 1733 Beisitz in Augsburg, durfte sich nur als Hinterglasmaler betätigen (wenige Beispiele erhalten), hat aber wohl schon damals intensiv für Kupferstecher gezeichnet. 1746 Bürgerrecht und Berechtigung, auch in Öl und Fresko zu arbeiten. Früheste sicher datierbare Fresken 1754 für St. Jakob in Gersthofen (im 19. Jahrhundert zerstört; zwei Altarbilder von Baumgartner erhalten). 1756/58 Ausmalung der Klosterkirche Bergen bei Neuburg (drei Altarbilder und zehn Fresken) und 1758 der Beichtkapelle der Wallfahrtskirche St. Maria von Loreto (Kobelkirche) in Neusäß bei Augsburg. 1760 Fresken im Schloss Meersburg und in der Wallfahrtskirche Baitenhausen (Bodensee). Daneben vor allem tätig als Entwerfer für graphische Zyklen; schuf hunderte oft sehr großer Zeichnungen für Zyklen, die von Verlagen wie Klauber, Engelbrecht oder Kilian herausgegeben wurden. Spezialität: in Öl und auf Leinwand ausgeführte Stichvorlagen, deren größte Serie für Joseph Giulinis ’Tägliche Erbauung eines wahren Christen’ (1754/55, 4 Bände) entstand, dessen Kupferstiche (insgesamt 365) alle weitaus kleiner sind als die Ölskizzen. Nach den Stecheradressen stammen die Vorlagen von über 300 Stichen von Baumgartner, davon haben sich inzwischen fast 70 Ölskizzen und Zeichnungen gefunden. Baumgartner spielt hier wie kaum ein anderer Künstler mit dem Rokoko-Ornament, indem er die Szenen nicht nur kartuschenartig damit umgibt, vielmehr Natur, Gebäude, Gebilde, ja Figuren und ganze Darstellungen rocailleartig gestaltet. Führender Vertreter des damals beliebten, wenig später von den Klassizisten verachteten Augsburger Geschmacks. Neun Bilder und ca. 45 Zeichnungen in den Kunstsammlungen und Museen Augsburg.

Elfriede Schulze-Battmann, Omnia tempus habent, in: Jahrbuch der Staatlichen Kunstsammlungen in Baden-Württemberg 15 (1978), 61 f.; Bruno Bushart, Das malerische Werk des Augsburger 'Kunst- und Historienmalers' Johann Wolfgang Baumgartner und seine Fresken in Bergen, in: Kloster Bergen bei Neuburg/Do. und seine Fresken von Johann Wolfgang Baumgartner, 1981, 61-76; Alastair Laing, Two more sketches for the 'Tägliche Erbauung', in: Imagination und Imago. 1983, 147 f.; Deutsche Barockgalerie. Katalog der Gemälde, 21984, 28; Meisterzeichnungen des deutschen Barock, 1987, 208-213; Frieder Ryser, Veduten hinter Glas, in: Kunst und Antiquitäten 2 (1989), 36 f.; Ders., Baumgartner, Bodenehr, Bisle, in: Glas, Glanz, Farbe, 1997, 121-123.



Wir freuen uns über Ihre Anmerkungen, Verbesserungsvorschläge und Ergänzungen zu den einzelnen Artikeln. Allerdings behalten wir uns das Recht vor, ungemessene Kommentare zu ignorieren. Gerne können Sie auch direkt per eMail Kontakt mit uns aufnehmen.

Kommentar zu diesem Artikel verfassen

Name:
Email:

Kommentar:
Bitte abgebildeten Sicherheitscode eingeben:


 



Wißner-Verlag Tel. 0821/25989-0