Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Christ

Joseph, * 23.2.1731 Winterstetten bei Biberach, † 6.5.1788 Augsburg, Maler, Freskant, Zeichner

Von: Dr. Gode Krämer (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • Ein früher angenommenes Schülerverhältnis zu Joseph Mages (Pius Dirr), der erst 1751 in Augsburg Meisterrecht erhielt, ist durch die Kenntnis von Christs Aufnahme an der Wiener Akademie 1752 nicht mehr haltbar. Anschließend (nach Paul von Stetten) Wanderjahre in Böhmen, Sachsen und Schlesien. 1759 Heirat mit der Witwe des Kupferstechers R. Störklin, Tochter von Aegid Verhelst, und Meisterrecht in Augsburg. 1770-1772 und 1777-1782 Aufenthalte in Russland (vor allem St. Petersburg), von wo er offenbar sehr wohlhabend zurückkehrte. Erwarb 1784 von Matthäus Günther den Skizzennachlass Johann Evangelist Holzers. 1788 aufgrund eines Gelübdes Ausmalung der Kirche in Thannhausen auf eigene Kosten. Weitere Kirchenausmalungen (alle im Bistum Augsburg): Steinekirch (1760), Ettenbeuren (1766), Langerringen (1768/70), Dinkelscherben (1770/71). Seine berühmten Augsburger Fassadenmalereien sind alle vergangen; von den Deckenfresken ist nur eines im ehemaligen Schaezlerschen Gartengutpalais erhalten. Für die Schü­lesche Kattunfabrik schuf er gemeinsam mit J. Hartmann Supraporten mythologischer Thematik, ebenso für das Schaezlerpalais; die letzteren monochrom mit Darstellungen aus der Augsburger Geschichte, ausgeführt zusammen mit F. J. Maucher und I. Paur nach Radierungen in Stettens ’Vorstellungen aus der Geschichte der Reichsstadt Augsburg’. Zahlreiche gezeichnete Heiligenbilder für Kupferstiche Augsburger Verlage. Ein Bild und 34 Zeichnungen in den Kunstsammlungen Augsburg.

Max Flad, Joseph Christ, der Barockmaler aus Winterstetten, in: Heimatkundliche Blätter für den Kreis Biberach 4 (1981) H. 1; Meisterzeichnungen des deutschen Barock, 1987, 226-229.



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