Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Christlich Soziale Union

(CSU)

Von: Dr. Wolfram Baer (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • Die Augsburger CSU entwickelte sich bald nach Kriegsende aus einer Gruppe überwiegend katholischer NS-Gegner sowie ehemaligen Mitgliedern des früheren linken Flügels der BVP (Konstituierende Sitzung am 10.11.1945). Im ersten 41-köpfigen Nachkriegs-Stadtrat (Wahl am 26.5.1946), der ein von der Militärregierung Anfang Oktober 1945 eingesetztes vorläufiges Ratsgremium ablöste, hatte die CSU mit 22 Sitzen die absolute Mehrheit. Oberbürgermeister wurde Heinz Hohner (CSU). Ein Jahr später folgte auf ihn Klaus Müller, der dieses Amt bis 1964 innehatte. Erste überregionale Wahlen (Verfassunggebende Landesversammlung, Bayerischer Landtag) bestätigten die führende Rolle der CSU in Augsburg. Seit 1948 wurde sie durch das Auftreten der Bayernpartei empfindlich geschwächt und war fortan im Stadtrat etwa gleich stark wie die SPD. Bei der Wahl zum 1. Deutschen Bundestag 1949 lag die CSU in Augsburg mit 29 % geringfügig vor der SPD (27 %), während die Bayernpartei immerhin 14 % der Stimmen erreichte. Seit Müllers Rücktritt 1964 stellte die SPD den Oberbürgermeister, während sich auf Bundes- und Landesebene ihre Kandidaten fast immer direkt durchsetzten. Erst nach der Wiedervereinigung mit der 1982 abgespaltenen Christlich Sozialen Mitte konnte die Partei 1990 wieder die Mehrheit im Stadtrat erringen.

Eberhard Riegele, Parteienentwicklung und Wiederaufbau, Diss. Augsburg 1977, 285-290; S. Epp, Die Anfänge der CSU in der Stadt Augsburg 1945-1950, in: Aus Schwaben und Altbayern, 1991, 11-20; Trümmer, Jeeps und leere Mägen, 1995.



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