Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Daucher

Bildhauerfamilie

Von: Ulrich Kirstein (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • 1) Adolf, * um 1460 ?, † 1523/24, Kistler, Bildhauer. Nach Lehrzeit in Ulm (bei Jörg Syrlin d. Ä.?) Verwalter des Kaisheimer Hofes in Augsburg; Bürgerrecht 1491. Erhielt seine Aufträge vor allem über die Fugger. 1493/98 Schrein am Frühmessaltar St. Simpert in St. Ulrich und Afra vermutlich mit seinem Schwager Gregor Erhart (im Bildersturm zerstört). 1502 Hochaltar der Kaisheimer Klosterkirche zusammen mit Erhart und Hans Holbein d. Ä. (Abt Georg Kastner hatte die ’drei besten Meister von Augsburg’ beauftragt). 1503 Frühmessaltar für St. Moritz vom gleichen ’Team’ (im Bildersturm zerstört). Erwarb 1509 ein Haus in Augsburg. 1519/22 im Auftrag Herzog Georgs von Sachsen Hochaltar in St. Anna in Annaberg mit Sohn Hans. Letztes Werk war der ’Betstein’ für den Straßburger Bischof Wilhelm von Hornstein 1523. In der Markuskirche Epitaph für Ulrich Fugger von seiner Hand (um 1510). Vielseitiger, energischer und erfolgreicher Großunternehmer, in dessen Werkstatt auch seine Söhne Adolf d. J. und Hans tätig waren.
  • 2) Hans, * um 1486 Ulm ?, † 1538 Stuttgart, Bildhauer, Medailleur. Sohn von 1). Lehre bei seinem Onkel Gregor Erhart, danach Wanderjahre, u. a. in Venedig. 1514 erkaufte ihm sein Vater das Augsburger Bürgerrecht, im gleichen Jahr Heirat und Meisterrecht. Mitarbeit in der Werkstatt des Vaters, aber auch in eigenem Auftrag tätig. Erstes signiertes Werk ist ein Marienrelief in der Wiener Schatzkammer (1518). Danach Mitarbeit in Annaberg und am Chorgestühl der Fuggerkapelle in St. Anna (heute in Berlin). 1528 wurde seine Frau Susanne († 1528), während er sich auf einer Reise nach Wien befand, als Täuferin verhaftet und der Stadt verwiesen. Seit 1536 im Dienst des Herzogs von Württemberg. Werke in Augsburg: Relief ’Muttergottes im Kreise der Engel’ (Maximilianmuseum), Putti und Erbärmdegruppe in der Fuggerkapelle in St. Anna. Seine Werke, u. a. zahlreiche Bildmedaillons, zeigen den Einfluss Dürers und Burgkmairs sowie venezianische Eindrücke.
  • Daucherstraße (Kriegshaber, Amtlicher Stadtplan F 7).

Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler 8, 1913, 427-431; Leonard S. Forrer, Biographical dictionary of medallists 8, 1930, 328 f.; Lebensbilder aus dem Bayerischen Schwaben 6, 1958, 131-165; Welt im Umbruch 1, 1980, 126; 2, 1980, 36-38, 164 f.; Burno Bushart, Kunst und Stadtbild, in: Geschichte der Stadt Augsburg von der Römerzeit bis zur Gegenwart, 21985, 363-368; Bruno Bushart, Die Fuggerkapelle bei St. Anna in Augsburg, 1994, 215-232; Thomas Eser, Hans Daucher, 1996.

Hans Dachauer: Erbärmdegruppe in der Fuggerkapelle in St. Anna (Detail)



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