Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Eberl

Bartholomäus (Barthel), * 2.11.1883 Benediktbeuren, † 12.2.1960 Gröbenzell, katholischer Priester, Geograph, Volkskundler, Heimatpfleger

Von: Prof. Dr. Hans Frei (Stand: 19.08.2010)

  • Gymnasium und Theologiestudium in Dillingen und München, 1908 Kaplan in Schwabmünchen, 1911-1934 Benefiziat in Obergünzburg; Studium der Geographie und Geologie in München. Daneben intensive landes- und volkskundliche Forschungstätigkeit, vor allem Erkundung und Ausgrabung von Bodendenkmälern (Römerstraßen) sowie Glazialforschung im schwäbischen Alpenvorland. Promotion an der Universität München 1928 über die Entstehung der Iller-Lech-Platte. Vermittelte der alpinen Eiszeitforschung neue Anregungen und erweiterte das von Albrecht Penck aufgestellte System der Eiszeitenfolge. Betonte die natürlichen und siedlungsgeschichtlichen Grundlagen der Ortsnamenforschung. 1929 ehrenamtlicher, ab 1934 hauptamtlicher Heimatpfleger des Kreises Schwaben (Bezirksheimatpfleger). Aufbau eines flächendeckenden Organisationsnetzes für Heimatpflege und Heimatforschung. Vorsitzender der Bayerischen Landesstelle für Volkskunde in München, regte Forschungen in den Bereichen Volksmusik, Mundart, Tracht, Bauernhaus an, war dabei beeinflusst von NS-Kultur- und Heimatpolitik. 1934-1944 Schriftleiter der Zeitschrift ’Schwabenland’. Als NSDAP-Mitglied verlor er 1945 sein Amt. Widmete sich danach der Erforschung der Bajuwaren und verfasste eine Geschichte der Lechfeldschlacht.

Ingo Schaefer, Leben und Werk von Bartholomäus Eberl, in: Bartholomäus Eberl, Die Bajuwaren, 1966, 1-14; Hans Frei, 50 Jahre Heimatpflege in Schwaben, 1979, 16-26; Heidrun Alzheimer-Haller, Volkskunde in Bayern, 1991, 62-64; Josef Othmar Zöller, Profile, in: Bayerisch-Schwaben, 1996, 252-254.



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