Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Ebner

Von: Ulrich Kirstein (1) / Günther Grünsteudel (2) (Stand: 24.6.2013)

  • 1) Wolfgang d. Ä., * 1577 Augsburg, † 1628 Augsburg, Kunstschreiner. Erhielt 1619 den Auftrag für die Schreinerarbeiten des 1620 im Rohbau fertiggestellten neuen Rathauses, erstellte mit elf Gesellen u. a. die Decke des Goldenen Saales und die vier Portale (1944 weitgehend zerstört, seit 1980 wieder hergestellt). Für St. Ulrich und Afra schuf er das Chorgestühl. 1623 Stadtkistler.
  • Ebnerstraße (Links der Wertach-Süd, Amtlicher Stadtplan H 7).
  • 2) Wolfgang d. J., * um 1611 Augsburg, † 11.2.1665 Wien, Organist, Komponist. Sohn von 1). 1634-1637 als Organist an St. Stephan in Wien bezeugt. Am 2.4.1637 Aufnahme in den kaiserlichen Hofstaat. Neben Johann Jakob Froberger bestbesoldeter unter den Organisten in der Kapelle Kaiser Ferdinands III., der in gleicher Funktion u. a. auch sein Bruder Marcus (um 1612 - 1681) angehörte. 1641 ist eine Reise in seine Geburtsstadt belegt. Unterrichtete seit Mitte 1651 gemeinsam mit dem Bruder den späteren Kaiser Leopold I. im Cembalospiel. Neben seiner Funktion als Organist wirkte der ältere Ebner seit 1663 zudem als Domkapellmeister, was eine sonst zu dieser Zeit nicht vorkommende Kombination hoher Ämter darstellte. Wurde nach seinem Tod im Dom beigesetzt, was seine exponierte Stellung bei Hofe unterstreicht. Ebner, der u. a. auch die erste erhaltene Ballettmusik zu einer Wiener Oper (1661) schrieb, steht neben Froberger an der Spitze der Wiener Klavierschule des 17. Jahrhunderts.

(1) Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler 10, 1914, 310; Elias Holl und das Augsburger Rathaus, 1985, 385.
(2) Neue deutsche Biographie 4, 1959, 262 f.; Franz Krautwurst / Wolfgang Zorn, Bibliographie des Schrifttums zur Musikgeschichte der Stadt Augsburg, 1989; The new Grove dictionary of music and musicians 7, 22001, 853 f.; Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Personenteil 6, 22001, 40 f.



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