Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Ehem

(Ahem, Ehem, Öheim, Oheim), Kaufmannsfamilie

Von: Dr. Katharina Sieh-Burens (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • Seit Anfang des 15. Jahrhunderts in Augsburg nachweisbare Familie, die vor allem durch das Textilgeschäft ein großes Vermögen erwarb. Sie repräsentiert die im Spätmittelalter typischen Aufsteiger aus den Zünften, die um die Mitte des 16. Jahrhunderts ihre wirtschaftlich führende Stellung wieder verloren. Der weberzünftige Stammvater Hans († 1412/13) saß 1404/05, 1409/10 als deren Zwölfer im Rat. Sein Sohn Thomas († 1486) gehörte zwischen 1445 und 1476 ebenfalls mehrfach als Zwölfer bzw. Zunftmeister dem Rat an. Er trat 1467 zur Kaufleutezunft über und gilt als Begründer des Familienvermögens. Seine Kinder heirateten vor allem in Patrizierfamilien ein (u. a. Rehlinger, Welser, Langenmantel) und gelangten dadurch auf die Herrenstube (Mehrer). Mehrere Angehörige der Familie bekannten sich frühzeitig zur Reformation: Christoph († 1537) und Markus († 1554) galten als engagierte Zwinglianer. Markus, Zechpfleger bei St. Moritz, führte 1533 mit Anton Fugger, dem Inhaber des dortigen Patronatsrechts, einen heftigen Streit um die Ausübung der katholischen Kirchenlehre, der mit einer empfindlichen Geldstrafe für Fugger endete. Ein Lukas Ehem nahm 1523 an der ersten Priestertrauung in Augsburg teil. Christophs Sohn Christoph (II, * 1528, † 1592) wurde kurpfälzischer Kanzler in Heidelberg. Ein gleichnamiger bayerischer Kanzler (Anfang 16. Jahrhundert) entstammte vermutlich ebenfalls der Familie.

Paul von Stetten, Geschichte der Hl. Röm. Reichs Freyen Stadt Augspurg 1, 1743, 332; Ders., Geschichte der adelichen Geschlechter in der freyen Reichsstadt Augsburg, 1762, 193-195; Friedrich Roth, Augsburgs Reformationsgeschichte, 1881-1911; Jakob Strieder, Zur Genesis des modernen Kapitalismus. Forschungen zur Entstehung der großen bürgerlichen Kapitalvermögen am Ausgange des Mittelalters und zu Beginn der Neuzeit, zunächst in Augsburg, 21935, 135-138; Fritz Peter Geffcken, Soziale Schichtung in Augsburg 1396-1521, 1995, München Diss. 1983.



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