Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Eichler

Künstlerfamilie

Von: Dr. Rolf Biedermann / Dr. Gode Krämer (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • 1) Heinrich, * 1637 Liebstadt, † 1719 Augsburg, Kistler. Kam nach 1677 nach Augsburg. Fertigte Schränke, Schreibtische, Uhr- und Orgelgehäuse etc., meist mit Einlegearbeiten verziert. Erhalten blieb die Kanzel in St. Anna (1682/83).
  • Eichlerstraße (Links der Wertach-Nord, Amtlicher Stadtplan I 7)
  • 2) Gottfried d. Ä., * 28.3.1677 Liebstadt/Sachsen, † 8.5.1759 Augsburg, Maler, Kupferstecher. Sohn von 1). 1696-1703 Schüler bei Johann Heiß in Augsburg, 1703-1706 Weiterbildung in Italien, zunächst 1703/04 in Venedig, Padua, Livorno und Florenz, anschließend mehrere Jahre in der Werkstatt Carlo Marattas in Rom. Freundschaft mit dem Porträtmaler Johann Kupezky, mit dem er 1707 von Rom nach Wien reiste. 1711 Rückkehr nach Augsburg. 1713 Heirat und Meisterrecht. Wurde zum kurpfälzischen Hofmaler ernannt. 1743 evangelischer Direktor der Reichsstädtischen Kunstakademie. Bedeutendster Porträtist des Augsburger Patriziats und der evangelischen Prediger der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Ein Großteil seiner Bildnisproduktion ist allerdings nur in Nachstichen erhalten. An religiösen Themen erwähnt Stetten ein Abendmahl in der Barfüßerkirche, das Philipp Andreas Kilian gestochen hat. Sieben Bildnisse und zehn Zeichnungen in den Kunstsammlungen Augsburg.
  • 3) Gottfried d. J., * 1715 Augsburg, † begraben 21.10.1770 Augsburg, Maler, Zeichner, Kupferstecher. Sohn und Schüler von 2). Nach der Lehrzeit Reisen in die Niederlande (?), nach Wien und Nürnberg, danach 1743-1751 Universitätskupferstecher in Erlangen, wo er 1747 heiratete. 1752 Rückkehr nach Augsburg. Überwiegend als Entwerfer von Kupferstichen für die Verlage Hertel, Klauber und Friedrich tätig. Illustrator der Werke Paul von Stettens, der Kilianschen Bilderbibel und der Hertelschen Ausgabe von Ripas ’Iconologia’. Daneben wenige gemalte Bildnisse. Ein Bild und ca. 80 Zeichnungen in den Kunstsammlungen Augsburg.
  • 4) Matthias Gottfried, * 4.2.1748 Erlangen, † 16.9.1821 Augsburg (?), Zeichner, Kupferstecher. Sohn und Schüler von 3). Nach der Lehrzeit Weiterbildung bei Georg Philipp Rugendas d. J. und Johann Gottfried Thelott; ging 1767 mit Aegid Verhelst d. J. an die Mannheimer Zeichenakademie, wo er 1773 einen 3. Preis erhielt. Vervollkommnete seine Radiertechnik bei Christian von Mechel in Basel. 1778 Übersiedlung nach Bern, 1783 Heirat. Rückkehr nach Augsburg um 1805. Neben dem Düsseldorfer Galeriewerk, das er mit Christian von Mechel stach, entstanden vor allem Landschaftsradierungen. Eine Zeichnung in den Kunstsammlungen Augsburg. Der Kupferstecher Carl Gottfried Eichler, möglicherweise sein Sohn, lebte nach 1818 in München und schuf figürliche und landschaftliche Darstellungen.

Paul von Stetten, Kunst-, Gewerb- und Handwerksgeschichte der Reichs-Stadt Augsburg, 1779 1; Georg K. Nagler, Neues allgemeines Künstlerlexikon 4, 2, 1905, 289 ff.; Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler 10, 1914, 407 f.; Deutsche Barockgalerie. Katalog der Gemälde, 21984, 65 f.; Rolf Biedermann, A drawing by Gottfried Eichler the younger, in: The register of the Spencer Museum of Art 6 (1985), 2, 28 f.; Meisterzeichnungen des deutschen Barock, 1987, 246-251.

Gottfried Eichler d.Ä.



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