Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Eichthal

Arnold, Freiherr von (eig. Seligmann, auch Seeligmann), * 24.7.1772 Leimen, † 6.7.1838 Paris, Bankier

Von: Hans Hirsch / Redaktion (Stand: 5.12.2011)

  • Sein Vater war der berühmte Hoffaktor Aron Elias Seligmann (1747-1824), unter dem die Familie den Aufstieg vom jüdischen Kleinhändler zum Großfinanzier und bayerischen Freiherrn erlebte. Lebte seit 1808 mit Unterstützung des Grafen Montgelas und seines Vaters als Bankier in Augsburg. Erwarb 1812 die Anwesen Lit. A 22 und A 59 (Maximilianstraße 57, Dominikanergasse 4). 1814 stand seine Bank an der Spitze der jüdischen Bankhäuser in Augsburg. Im selben Jahr Erhebung in den erblichen Freiherrnstand (’von Eichthal’). 1815 Transfer der englischen Subsidien nach Bayern. Konvertierte 1816/17 mit seiner Frau Henriette und dreien seiner Kinder zum Christentum und ließ sich 1817 in Langweid taufen. Seine Tochter Caroline heiratete 1817 den Bankier und Kaufmann Wilhelm von Hösslin, ihre Schwester Louise 1827 den Kattunfabrikanten Karl Ludwig Forster. Zeichnete im Januar 1835 25.000 Gulden bei der Gründung der Bayerischen Nationalbank (Bayerische Hypotheken- und Wechselbank). Nach seinem Tod und der Auflösung der Bank wurden die Geschäfte von August Frommel, einem Verwandten, unter ’Eichthal, Frommel & Cie’ fortgeführt.

Franziska Jungmann-Stadler, Drei Generationen Seligmann-von Eichthal in München 'allda etablierte Banquiers', in: Geschichte und Kultur der Juden in Bayern, Lebensläufe, 1988, 53-58; Gerta Beaucamp, Biographische Fragmente zu Arnold Seeligmann/von Eichthal (1772-1838) und Theodor von Hoesslin (1819-1883), in: Geschichte und Kultur der Juden in Schwaben 2, 2000, 15-31; Nachtrag: 3, 2007, 267 f.; Rudi Dorsch, Vom kurpfälzischen Hoffaktor zum Königlich Bayerischen Hofbankier: Die Geschichte der Hoffaktorenfamilie Seligmann aus Leimen, in: Hierzuland 16 (2001), 31, 6-18; Paul Hoser, Der jüdische Bankier: Simon von Eichthal, in: König Ludwig I. von Bayern und seine Zeitgenossen, 2003, 259-266.



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