Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Feuerwehr

Von: Petra Ostenrieder / Redaktion (Stand: 30.7.2009)

  • Ursprümglich wurden alle Bewohner der Stadt zur Brandbekämpfung herangezogen, oft je nach Handwerk und Arbeitsgerät mit unterschiedlichen Aufgaben. 1276 etwa blieben die ’trager’ steuerfrei, da sie im Brandfall Wasser herbeitragen mussten. Anfang des 16. Jahrhunderts erfand der Goldschmied Anton Plattner eine Feuerspritze, die er 1518 für die Stadt baute. Eine erste Feuerordnung von 1549 regelt das Alarm- und Löschwesen und enthält Bestimmungen zur Sicherheit und Ordnung in der Stadt während und nach einer Feuersbrunst. Eine zweite Feuerordnung von 1731 enthält Angaben zur Organisation des Löschwesens und zur Brandverhütung. Mit dem Anschluss an Bayern (1806) wurde die ehemalige Schranne bei St. Moritz Feuerhaus, wo die bis dahin auf das Stadtgebiet verteilten Löschgerä­te versammelt wurden. Der 1849 von Mitgliedern des TSV 1847 Schwaben Augsburg und Augsburger Bürgern gegründete ’Augsburger Rettungs- und Löschverein bei Feuergefahr’, der sich 1859 in ’Augsburger Feuerwehr’ umbenannte, ist eine der frühesten Freiwilligen Feuerwehren Deutschlands und die älteste in Bayern. Durch eine straffe Organisation und ausgebildete Helfer konnten Brände jetzt wirkungsvoller bekämpft werden als dies mit der herkömmlichen, auf Nachbarschaftshilfe beruhenden Organisationsform möglich war.

    Mit der Schaffung einer Berufs-Feuerwehr, die 1899 ins Zeughaus einzog, konnte die Freiwillige Feuerwehr entlastet und ein Wachdienst rund um die Uhr sichergestellt werden. Unter Georg Brach wurde das Feuerlöschwesen neu organisiert (u. a. elektrischer Alarm statt Turmwache, Feuerwehrfilialen in den Wertach-Vorstädten und der Jakobervorstadt). 1933 wurden die Freiwilligen Feuerwehren aufgelöst und in Hilfspolizei umgewandelt. Nach 1945 war die Berufsfeuerwehr für den Brandschutz im Stadtgebiet allein zuständig. Seit der Gemeindegebietsreform gibt es im Stadtgebiet in Bergheim, Göggingen, Haunstetten und Inningen auch wieder Freiwillige Feuerwehren. Nachdem 1975 die Berufsfeuerwehr die neue Hauptfeuerwache an der Berliner Allee bezogen hatte, wurden 1975/76 in Pfersee, Kriegshaber und Oberhausen zu deren Unterstützung wieder Freiwillige Feuerwehren gegrundet. 1999 wurde am Alten Postweg die neue Hauptfeuerwache-Süd in Betrieb genommen.

C. Meyer, Die alten Feuerordnungen der Stadt Augsburg, in: Zeitschrift des Historischen Vereins für Schwaben und Neuburg 1 (1874), 356-375; Max Treu, Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Augsburg, 1883; Georg Brach, Festschrift zur Feier des 50jährigen Bestehens der ersten Freiwilligen Feuerwehr Bayerns, 1899; Friedrich Steinhäußer, Augsburg in kunstgeschichtlicher, baulicher und hygienischer Beziehung, 1902, 117-119; M. Barth, Geschichtliche Entwicklung der Berufsfeuerwehr Augsburg 1899-1975, masch. o. J. (Stadtarchiv Augsburg); Festschrift der Berufsfeuerwehr Augsburg, 1975; Unsere Feuerwehr Stadt Augsburg, 1983; 125 Jahre Freiwillige Feuerwehr, 40 Jahre Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Haunstetten, 1998; Feuerwehr Augsburg, 1999; Von Sklaven und Rettern. Aus der Geschichte der Augsburger Feuerwehr, in: Brandwacht 55 (2000), Sonderheft, S. 13-18; „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“. Zur Geschichte der Feuerwehr in Bayerisch-Schwaben, 2000.



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