Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Geldenhauer

Gerhard (Geldenhouwer, Noviomagus, Neocomus) * 1482 Nijmwegen, † 10.1.1542 Marburg/Lahn (Pest), evangelischer Theologe, Rektor von St. Anna

Von: Günther Grünsteudel (Stand: 24.6.2013)

  • Besuch der ’Eliteschule’ der Brüder vom Gemeinsamen Leben in Deventer, aus der u. a. auch Erasmus von Rotterdam hervorging. Philologische, historische und theologische Studien (Magister) an der Universität Löwen, wo er Erasmus kennenlernte. 1517 Dichterkrönung (’poeta laureatus’) durch Maximilian I. Im gleichen Jahr Kaplan und Sekretär des Bischofs von Utrecht, Philipp von Burgund. Nach dessen Tod 1524 im Dienst des Abts von Middelburg. Reiste im Herbst 1525 nach Wittenberg, wo er sich der Reformation anschloss. Kehrte zunächst in die Niederlande zurück, um sie bald darauf endgültig zu verlassen. Kam 1527 über Worms nach Straßburg, dort als Privatlehrer tätig. Ende 1531 erster Rektor des Gymnasiums bei St. Anna. Schon Ende 1532 Weggang aus Augsburg und Professor für Geschichte, seit 1534 für Neues Testament an der Universität Marburg. 1540/41 Teilnahme an den Religionsgesprächen in Hagenau und Worms. Legte in der Christoph Wirsung gewidmeten ’Institutio scholae christianae’ (1534) seine pädagogischen Ansichten nieder. 1538 Edition der Schrift ’De regno, civitate et domo Dei’ seines Vorgängers an der Marburger Theologischen Fakultät, Lambert von Avignon. Verfasser von Gedichten, von historischen Werken (Historia Batavica, 1530; Vita Philippi a Burgundia, 1529; Germaniae inferioris historia, 1531) und theologischen Streitschriften.

Karl Köberlin, Geschichte des humanistischen Gymnasiums bei St. Anna in Augsburg 1531-1931, 1931, 16-19; Neue deutsche Biographie 6, 1964, 170; Contemporaries of Erasmus 2, 1986, 82-84; Melanchthon und die Marburger Professoren 1, 2000, 232-246.

Gerhard Geldenhauer



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