Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Oberhausen

(Stadtbezirke 21, 22)

Von: Dr. Dr. Anton Schneider / Redaktion (Stand: 19.2.2013)

  • Der heutige Stadtteil geht auf ein augusteisches Militärlager zurück, das bis 17 n. Chr. bestand. Unter Alamannen und Franken errichtete Häuser oberhalb der Wertach gaben dem Ort wohl den Namen. Um 800 Pfarrei. Der Unterbau des Kirchturms von St. Peter und Paul ist romanischen Ursprungs (Oberbau von Elias Holl 1619). 1143 war Oberhausen als Teil der Strassvogtei (Vogtei) Reichslehen des Hochstifts Augsburg. 1258-1345 im Besitz des Bischofs von Augsburg. Das bischöfliche Urbar von 1316 nennt Meierhof, Forsthof, Mühle sowie ein Koch- und Weidachlehen, wohl mit dem Recht der Überfahrt über Lech und Wertach. 1336 verlieh Kaiser Ludwig IV. seinem Kanzler, Bischof Ulrich (II.), die Reichsvogtei über Oberhausen. 1348 verpfändete Kaiser Karl IV. sie an Bischof Marquard von Randeck für 4000 Pfund Heller. 1602 tauschten Bischof  Heinrich (V.) und das Domkapitel ihre Oberhauseer Güter gegen bei Anhausen gelegene Güter der Paritätischen St. Martinsstiftung. 1603/04 und 1698/1700 Erneuerung der Pfarrkirche. Das von König Ludwig I. von Bayern 1838 genehmigte Ortswappen zeigt in blauem Feld das weiße Grabdenkmal, das Titus Flavius Martialis 195 n. Chr. hier seinen Eltern errichten ließ, und das 1709 beim Kelleraushub der ’Karpfenwirtschaft’ gefunden wurde. 1844 Eröffnung der Teilstrecke Oberhausen-Donauwörth der ’Ludwig-Süd-Nord-Bahn’ (Bahnhof Oberhausen, Eisenbahn); 1846, nach Errichtung des Augsburger Hauptbahnhofs, auch Bahnverbindung Augsburg-Oberhausen. 1894 Bau eines Schulhauses, 1902 Eröffnung eines Krankenhauses (Kinderklinik). Am 1.1.1911 Eingemeindung nach Augsburg. Die Stadtbezirke 21 und 22 (Oberhausen-Süd und -Nord) mit zusammen 438 ha Fläche zählen derzeit 13.459 Einwohner  (Stand: 1.1.2006).

Friedrich Zoepfl, Das Bistum Augsburg und seine Bischöfe im Mittelalter, 1955; Ders., Das Bistum Augsburg und seine Bischöfe im Reformationsjahrhundert, 1969; Peter Rummel, Katholisches Leben in der Reichsstadt Augsburg (1650-1806), in: Jahrbuch des Vereins für Augsburger Bistumsgeschichte 18 (1984), 153 f.; Marianne Schuber, Oberhauser Chronik, 1990; Siegfried P. Rupprecht, Oberhausen – seit 80 Jahren bei Augsburg, in: Augsburg-Journal 1990 H. 5, 59-71; Oberhausen in Bildern, 2011.

Oberhausen mit Pfarrkirche St. Peter und Paul (1625)



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