Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Oehmichen

Walter, * 30.7.1901 Magdeburg, † 2.11.1977 Augsburg, Schauspieler, Regisseur, Leiter der Augsburger Puppenkiste

Von: Günther Grünsteudel / Franz Schreiber (Stand: 25.8.2009)

  • Wurde auf Wunsch der Eltern zunächst Fotograph, dann Schauspielunterricht bei Luise Dumont in Düsseldorf (u. a. zusammen mit Gustav Gründgens und Paul Kemp). Nach Engagements in Neuß und Osnabrück ab 1931 Oberspielleiter des Schauspiels an den Städtischen Bühnen Augsburg (Theater Augsburg); daneben auch Operninszenierungen, z. B. ’Elektra’ von Richard Strauss auf der Freilichtbühne unter der Stabführung des Komponisten. Sein Interesse am Marionettentheater reicht bis in die 1930er Jahre zurück. 1940 wurde Oehmichen als Soldat in einer Schule bei Calais einquartiert und entdeckte dort ein kleines Puppentheater, mit dem er seine Kameraden unterhielt. 1943 bauten er und seine Frau Rose (1901-1985) in Augsburg ein erstes eigenes Marionettentheater, den ‚Puppenschrein’, der in der Bombennacht vom 25. auf den 26.2.1944 in den Räumen des Stadttheaters, in denen Oehmichen noch am Abend des 25.2. eine Vorstellung gegeben hatte, verbrannte. Nach Kriegsende Planungen für ein neues Puppentheater im ehemaligen Heilig-Geist-Spital. Eröffnung der Augsburger Puppenkiste, die Oehmichen bis 1973 leitete, am 26. Februar 1948 mit dem Märchen ‚Der gestiefelte Kater’. 1957 Goldener Ehrenring der Stadt Augsburg und Ehrenmitglied der Städtischen Bühnen. 1969 50-jähriges Bühnenjubiläum und Bundesverdienstkreuz am Band. Pionier des literarischen Marionettenspiels.

Augsburger Allgemeine, 29.7.1971, 3.11.1977; Hanns J. Marschall, Die Puppenkiste, glänzendes Aushängeschild, in: 2000 Jahre Augsburg, 1984, 348-357; Stars an Fäden, 1985; 50 Jahre Augsburger Puppenkiste, 1997; Jörg Reitbacher-Stuttmann, Erfolg am seidenen Faden, in: Augusto 1997, H. 11, 8-12.

Walter Oehmichen



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