Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Oettingen-Wallerstein

Ludwig Kraft, Fürst zu, * 31.1.1791 Wallerstein, † 22.6. 1870 Luzern, bayerischer Staatsmann, Präsident des Oberdonaukreises, Ehrenbürger von Augsburg

Von: Dr. Helmut Gier / Günther Grünsteudel (Stand: 29.3.2010)

  • Trat nach dem Jurastudium in Landshut (1808-1810) 1812 die Regierung des mediatisierten Fürstentums Oettingen-Wallerstein an. Wirkte 1813 in enger Verbindung mit Kronprinz Ludwig beim Aufbau der bayerischen Nationalgarde mit; 1813-1831 Kreiskommandant der Landwehr. Musste 1823 nach unstandesgemäßer Heirat auf sein Fürstentum verzichten. Seit 14.4.1828 Generalkommissär und Präsident des Oberdonaukreises in Augsburg. In seine Amtszeit fielen die Wiederherstellung der Klöster Maria Stern, St. Ursula und die Eröffnung des katholischen Gymnasiums bei St. Stephan. Zur Förderung von Industrie und Handel trat er an die Spitze des Polytechnischen Vereins. Gründete 1828 auf Vorschlag Johann Nepomuk von Raisers das Altertums-Bureau (Historischer Verein für Schwaben) als Unterabteilung bei der Kreisbehörde. 1829 Ehrenbürger von Augsburg. 1832-1837 bayerischer Innenminister, 1843 Staatsrat im außerordentlichen Dienst, 1846/47 Gesandter in Paris, 1847/48 erneut Minister; 1849-1856 Abgeordneter der liberalen und demokratischen Opposition im Landtag ("Fürst Proletarier"). Floh nach finanziellem Zusammenbruch in die Schweiz, wo er auch seinen Lebensabend verbrachte. Wie sein Vater, Fürst Kraft Ernst, war er ein leidenschaftlicher Kunstsammler. Goethe stellte Ludwigs Gemäldegalerie auf eine Stufe mit den berühmten Sammlungen Walfrafs und der Brüder Boisserée. Die altdeutschen Meister der Galerie verkauften er und sein Bruder und Nachfolger Fürst Friedrich an König Ludwig I., der sie der Alten Pinakothek eingliederte. Seine bibliophile Sammlung ist großenteils in der Oettingen-Wallerstein’schen Bibliothek der Universitätsbibliothek Augsburg erhalten geblieben.

Allgemeine deutsche Biographie 40, 1896, 736-747; Lebensbilder aus dem Bayerischen Schwaben 2, 1953, 349-375; Karl-Heinz Zuber, Der ’Fürst-Proletarier’ Ludwig von Oettingen-Wallerstein, 1978; Dirk Götschmann, Das bayerische Innenministerium 1825-1864, 1993, 215-224; Rieser Biographien, 1993, 291 f.; Christof Metzger, "Der revolutionäre Fürst". Fürst Ludwig von Oettingen-Wallerstein, in: Lola Montez oder eine Revolution in München, 1998, 66-80; Neue deutsche Biographie 19, 1999, 476 f.; Wilfried Sponsel, Burgen und Schlösser. Aus dem Leben des Fürsten Ludwig zu Oettingen-Wallerstein, in: Das Ferienland Donau-Ries, 2001, 44-53.



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