Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Orgelbauer

Von: Dr. Theodor Wohnhaas (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • Bis ins 16. Jahrhundert bauten auswärtige Meister die Orgeln der Stadt. Schon 1510 ist in den Steuerbüchern ein ’Maister Jann Orgelmacher’ (wohl Johann von Dobrau) in Augsburg belegt. Als Persönlichkeit tritt aber erst der seit 1562 in Augsburg nachweisbare Eusebius Ammerbach hervor, der 1577/78 die Domorgel (Dom) und 1580 die Orgel von St. Ulrich und Afra baute. Im 17. Jahrhundert verdient neben den Mitgliedern der Familie Bidermann, die sich vorwiegend auf den Bau von Automateninstrumenten verlegten, Marx Günzer mit seinen Werken für die Barfüßerkirche (1609) und evangelisch Heilig Kreuz (1612) Beachtung. Nach dem Dreißigjährigen Krieg ließen sich Christoph Leo aus Thüringen und J. D. Weidner (um 1654 - 1704) aus Böhmen in Augsburg nieder. Die Werkstatt von Weidner übernahm sein Schwiegersohn Johann Betz (um 1665 - 1728), die von Leo ging an dessen Sohn Johann Christoph über, der 1719 die Orgel von evangelisch St. Ulrich baute. Der bedeutendste Augsburger Orgelbauer im 18. Jahrhundert war Johann Andreas Stein. Die wirtschaftliche Situation nach der Säkularisation war für die Orgelbauer Franz J. Wirth (1760-1819), Karl Wirth (1800-1882) und Joseph Bohl schwierig. Günstiger wurde die wirtschaftliche Lage für Josef Mühlbauer (1847-1916) und Heinrich Koulen (1845-1919). Während die Firma Koulen um 1922 erlosch, besteht die 1873 von Johann Offner gegründete Orgelwerkstatt noch heute in Kissing. 1961 machte sich Rudolf Kubak in Augsburg als Orgelbauer selbstständig.

Adolf Layer, Orgeln, Orgelbauer und Organisten im Bistum Augsburg vor der Reformation, in: Jahrbuch des Vereins für Augsburger Bistumsgeschichte 2 (1968), 11-22; Hermann Fischer / Theodor Wohnhaas, Historische Orgeln in Schwaben, 1982; Diess., Augsburger Orgelbauer in Geschichte und Gegenwart, in: 25 Jahre Orgelbauwerkstatt Rudolf Kubak Augsburg, 1986, 12-17; Diess., Die Orgelbauerfamilie Mühlbauer in Train, Schongau und Augsburg, in: Zeitschrift des Historischen Vereins für Schwaben 83 (1990), 216-224; Diess., Die Augsburger Domorgeln, 1992; Diess., Lexikon süddeutscher Orgelbauer, 1994.



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