Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Paler

(Paller), Kaufmannsfamilie

Von: Dr. Katharina Sieh-Burens (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • Die Familie stammt vermutlich aus Wien. Matthias (1464-1506), Kammerherr Maximilians I., zog um 1500 nach Augsburg. Sein Sohn Wolfgang (Wolf) d. Ä. (* 1504, † 24.6.1582) begründete durch Warenhandel, Bergwerksbeteiligung und Finanzgeschäfte vor allem mit den Habsburgern den Reichtum der Familie. Pachtete um 1570 mit David Weiß und anderen Augsburger Geschäftspartnern die Neusohler Kupferbergwerke. Mitglied der Kaufleutestube, 1555-1581 Bürgermeister, kaiserlicher Rat Ferdinands II., Maximilians II. und Rudolfs II., der ihn 1581 in den Reichsritterstand erhob. Sein Sohn Wolfgang (Wolf) d. J. (* 1545, † 1624) übernahm das Familienunternehmen und war ebenfalls im Bergbau erfolgreich. Ab 1601 war auch der Wiener Lazarus von Donnersberg an den Neusohler Pachtverträgen beteiligt. Mehrer durch Heirat mit Rosina Welser. 1598-1620 Mitglied des Rats. Seine Erben traten die Bergwerksanteile an ihren Schwager Markus Wolfgang Rehlinger ab, der das Geschäft neu organisierte. Rückläufige Geschäftsentwicklung seit der Vermögensaufteilung. Wolfgangs Sohn Leonhard wurde 1632 durch die Schweden ins Patriziat aufgenommen. Mit dessen Sohn starb die Familie 1679 in Augsburg aus. Sie war protestantisch und besaß Grundbesitz u. a. in Hainhofen, Hammel und Ottmarshausen.

Paul von Stetten, Geschichte der adelichen Geschlechter in der freyen Reichsstadt Augsburg, 1762, 286 f.; Josef Hagl, Entwicklung des Augsburger Großkapitals […] 1540-1618, München Diss. 1924, 110-114; Anton Mayr, Die großen Augsburger Vermögen 1618 bis 1717, 1931, 28-31; Christel Warnemünde, Augsburger Handel in den letzten Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts und dem beginnenden 17. Jahrhundert, 1956, 142-145; Lebensbilder aus dem Bayerischen Schwaben 15, 1997, 113-162.



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