Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Perlachturm

(Rathausplatz 10)

Von: Prof. Dr. Bernd Roeck / Günther Grünsteudel (Stand: 18.3.2011)

  • Ein erster Turm wurde angeblich um 989 anstelle mehrerer abgebrannter Häuser errichtet. Der im Kern hochmittelalterliche Stadt- und Kirchturm von St. Peter am Perlach (Untergeschoss um 1060) wurde 1410 (36 m), 1526/27 (63 m) und 1614/16 (70,4 m) erhöht. Die letzte Baumaßnahme erfolgte im Zusammenhang mit dem Neubau des Rathauses. Der Perlachturm mit nunmehr acht Geschossen bis zur Wachstube und darüberliegendem Glockenstuhl samt Laterne erhielt durch Elias Holl seine heutige Gestalt. 1910/11 Abtragung bis zum Uhrengeschoss und Wiederaufbau. Im Februar 1944 starke Beschädigungen (Zerstörung von Kuppel und Laterne). Wiederaufbau bis 1950. Aus Anlass der 2000-Jahr-Feier 1985 wurde der Perlachturm 1983/84 generalsaniert (Kosten: 1,1 Mio. DM); er erhielt ein von der Alt-Augsburg-Gesellschaft gestiftetes Glockenspiel. Der Perlachturm beherbergte seit dem Mittelalter die Sturmglocke und ab 1615 die Ratsglocke. Vorläufer der heutigen Uhrenanlage gehen auf 1398 zurück. Die mit einem Uhrwerk verbundene Figur des Erzengels Michael, das sog. Turamichele, wurde erstmals 1526 (?) in Gang gesetzt. Die vergoldete Wetterfahne stellt die heidnische Stadtgöttin Cisa dar.

Geschichte des Perlachturms, 1828; Norbert Lieb, Augsburgs bauliche Entwicklung als Ausdruck städtischen Kulturschicksals seit 1800, in: Zeitschrift des Historischen Vereins für Schwaben 58 (1951), 92; Elias Holl und das Augsburger Rathaus, 1985, 354 f.; Bernt von Hagen / Angelika Wegener-Hüssen, Stadt Augsburg, 1994, 384-386; Renate Miller-Gruber, Elias Holl, 2010, 59 f.

Perlachturm zwischen Neuem Bau und Rathaus

Perlachturm (Foto: Nobert Liesz)



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