Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Pfersee

(Stadtbezirke 16, 17)

Von: Dr. Wolfram Baer / Redaktion (Stand: 19.2.2013)

  • Die Anfänge Pfersees reichen bis in römische Zeit zurück, als zum Schutz eines Brückenkopfes an der Straße über die Wertach ein Kastell errichtet wurde. Von dieser ’Pforte’ (keltisch perz = Burg oder Pforte) nach Augsburg hat Pfersee möglicherweise seinen Namen. Im Mittelalter stand hier eine Burg, auf der bischöfliche Ministerialen saßen, die als Herren von Pfersee im Besitz eines Teils des ehemaligen bischöflichen Ortes waren. 1330 verkauften Hermann und Pranthoch von Pfersee Dorf und Vogtei an Konrad Onsorg, der 1345 von Bischof Heinrich (III.) auch die Burg Pfersee erstand. Spätere Ortsherren waren die Augsburger Familien Rehm, IlsungRehlingerEgen, Vögelin, Kobold, Dietenheimer und Gossembrot. Auch die Welser waren hier vorübergehend begütert. 1579 kaufte Martin Zobel das Dorf, das fast hundert Jahre im Besitz der Familie blieb. 1682 veräußerte Adolf Zobel seinen Anteil (2/3) an die St. Jakobspfründe (Paritätische St. Jakobsstiftung). 1710 erwarb Bischof Alexander Sigmund den verbliebenen Teil für das Hochstift. Hohe Gerichtsbarkeit bis 1805 bei der Markgrafschaft Burgau. Die Inhaber der Niedergerichtsbarkeit, Jakobspfründe und Hochstift, bildeten ein Kondominat mit gemeinschaftlichem Obervogtamt. Seit 1569 saßen in Pfersee zahlreiche der 1438 aus Augsburg vertriebenen Juden. Im 18. Jahrhundert sind 28 jüdische Haushaltungen bezeugt. 1881 wurde Pfersee mit Augsburg durch eine Pferdebahn (Straßenbahn), 1894 durch die Augsburger Localbahn verbunden. Eingemeindung nach Augsburg zum 1.1.1911. Der heutige Stadtteil Pfersee zerfällt in die Stadtbezirke 16 (Pfersee-Süd) und 17 (Pfersee-Nord). Auf einer Fläche von 346,68 ha lebten am 1.1.2006 20.036 Einwohner.
  • Pferseer Straße (1869, Rosenau- und Thelottviertel, Amtlicher Stadtplan I 9).

A. Müller, Ortsgeschichte Pfersees, in: Adreßbuch für Pfersee 1906, I-VI; J. Herz, Die Bevölkerung von (Augsburg-)Pfersee 1531-1636, in: Blätter des Bayerischen Landesvereins für Familienkunde 31-35 (1968/72), 18-23; Detlev Schröder, Stadt Augsburg, 1975, 177 f.; Pfersee, alte und neue Ansichten, 1986; Pfersee, 75 Jahre bei Augsburg, 1986; B. Kammerer / R. Seitz, Vom Raubritternest zum blühenden Stadtteil, in: Augsburg-Journal (1992) H. 2, 73-83; Renate Weggel, Pfersee, Diss. Augsburg 1995; Pfersee in Bildern, 2011.

Pfersee, 1625



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