Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Rad

Patrizier- und Goldschmiedefamilie

Von: Ulrich Kirstein (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • 1) Christoph (I), * 28.10.1628 Lindau, † 31.10.1710 Augsburg. Seit 1638 Lehre bei dem Goldschmied Abraham Mündten in Augsburg. 1649/51 Reise nach Italien, danach bis 1654 in Frankreich, Holland, Flandern, Brabant, Seeland und England. Seit 1664 wieder in Augsburg, trat er 1665 als Juwelier in die Kaufleutezunft ein. Assoziierte sich 1690 mit seinem Schwiegersohn Bartholomäus Hösslin zur Firma ’Rad und Hösslin’, die eine monopolartige Stellung am Wiener Hof und Vertretungen an den wichtigsten Höfen Europas innehatte. 1694-1697 Mitglied des Inneren Rats. 1697 Nobilitierung durch Kaiser Leopold I. Erwarb 1693 das ursprünglich aus dem 15. Jahrhundert stammende Haus Lit. D 191 (Ecke Grottenau-Ludwigstraße, ’Von Radsches Haus’), das bis 1938 in Familienbesitz war und 1944 völlig zerstört wurde.
  • 2) Christoph (II), * 16.6.1676 Augsburg, † 14.7.1730 Augsburg. Lehre zunächst bei seinem Vater 1), dann bei seinem Onkel, dem deutschen Konsul Philipp Albrecht Rad, in Venedig. Nach Rückkehr nach Augsburg 1696 weitere Reisen nach Brabant, England und Holland. Heiratete 1705 in zweiter Ehe Sibilla Mangolt, Tochter des Silberhändlers Sigmund Mangold. Führte nach dem Tod des Vaters die Firma weiter. 1713 zusammen mit Philipp Albrecht Balthasar von Hösslin von Kaiser Karl VI. als Wiener Hofjuwelier bestätigt. 1716 Assoziierung mit dem Kaufmann Jakob Schneider. Mitglied des Inneren Rats, Geheimer Kammer- und Hofjuwelier. Die Firma ’Rad und Hösslin’ lieferte in zwei Generationen Tafelgeschirr, Kleinodien und Silberwaren insbesondere für Fürstenhochzeiten und andere Hoffeste.
  • Von-Rad-Straße (Pfersee-Süd, Amtlicher Stadtplan G, H 9).

Anton Werner, Augsburger Goldschmiede 1346-1803, 1913, 66; Anton Mayr, Die großen Augsburger Vermögen 1618 bis 1717, 1931, 61-68; Wolfgang Zorn, Handel und Industrie vom Ende des Dreißigjährigen Krieges bis 1848, in: Augusta 955-1955, 1955, 333-345; Wolfgang Zorn, Handels- und Industriegeschichte Bayerisch-Schwabens 1648-1870, 1961; Sylvia Rathke-Köhl, Geschichte des Augsburger Goldschmiedegewerbes vom Ende des 17. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts, 1964, 160 f.; Robert Pfaud, Das Bürgerhaus in Augsburg, 1976, 55 f., 135, 139 f.; Josef Mančal, Augsburg in alten Ansichten, 1983, 39-41; Silber und Gold, 1994, 133.

Christoph (I) Rad



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