Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Rad

Ludwig, * um 1420 Vorarlberg, † nach 1492, Geistlicher, Diplomat, Frühhumanist

Von: Dr. Elisabeth Wunderle (Stand: 9.2.2011)

  • Seine Familie war seit Generationen in Feldkirch ansässig, sein Vater war Landrichter in Rankweil. 1429 wurde Rad Kirchherr in Feldkirch. Wohl um 1431 Eintritt in den Dienst des Augsburger Bischofs Peter von Schaumberg. In der Folge diplomatische Karriere, zahlreiche Reisen und Begegnungen mit bedeutenden Persönlichkeiten der Zeit. Um 1452 in der Kanzlei Kaiser Friedrichs III. in Wiener Neustadt, wo er u. a. Aeneas Silvius Piccolomini, den späteren Papst Pius II., kennenlernte. Zog sich 1460 nach Zürich zurück, um sich ganz seinen Studien zu widmen. 1465 Sekretär, Rat und Kanzler am Hof Herzog Sigismunds von Österreich; 1468 Propst des Stifts St. Martin in Rheinfelden, spätestens 1487 Pfründner im Kollegiatstift St. Peter in Basel. Schon während seiner Augsburger Zeit Kontakte zu führenden Frühhumanisten in Schwaben und der Schweiz, mit denen er z. T. in Briefwechsel stand. 15 seiner Briefe sind in verschiedenen Handschriften erhalten. Sie tragen in ihrer Vermischung von Privatem und Alltäglichem mit Nachrichten über gelehrte Dinge humanistischen Charakter. Adressaten sind u. a. Niklas von Wyle und Sigmund Gossembrot. Förderer und Vermittler frühhumanistischer Bestrebungen.

Paul Joachimsohn, Frühhumanismus in Schwaben, in: Württembergische Vierteljahreshefte für Landesgeschichte N.F. 5 (1896), 64-71, 74 f., 261-277; Karl Heinz Burmeister, Der Vorarlberger Frühhumanist Ludwig Rad, in: Innsbrucker historische Studien 5 (1982), 7-26; Die deutsche Literatur des Mittelalters. Verfasserlexikon 7, 21989, 959-961; Andreas Meyer, Zürich und Rom. Ordentliche Kollatur und päpstliche Provisionen am Frau- und Grossmünster 1316-1523, 1986, 433; Johannes Helmrath, Vestigia Aeneae imitari. Enea Silvio als ‚Apostel’ des Humanismus. Formen und Wege seiner Diffusion, in: Diffusion des Humanismus, 2002, 99-141, bes. 114-116; Killy Literaturlexikon 9, 22010, 389.



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