Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Reichsstädtische Kunstakademie

Von: Dr. Gode Krämer (Stand: 24.9.2009)

  • Während seines Augsburg-Aufenthalts vor 1674 gründete Joachim von Sandrart eine private Kunstakademie, die ab 1684 vom evangelischen Teil des Rats gefördert wurde. Damalige Direktoren: Johann Ulrich Mayr und Johann Siegmund Müller. Als eigentliches Gründungsjahr der Reichsstädtischen Kunstakademie muss 1710 gelten, als der gesamte Rat die Institution annahm, die 1712 Räume in der Stadtmetzg erhielt. Durch das ganze 18. Jahrhundert spielte die Akademie für die Stadt und die Augsburger Kunst eine bedeutsame Rolle, was sich in den Personen der paritätisch besetzten Direktoren – jeweils die bedeutendsten Künstler der Stadt – spiegelt. Katholische Direktoren: Johann Rieger (1710-1730), Johann Georg Bergmüller (1730-1762), Matthäus Günther (1762-1783), Johann Joseph Anton Huber (1783-1815); Protestantische Direktoren: Georg Philipp Rugendas d. Ä. (1710-1742), Gottfried Eichler d. Ä. (1742-1759), Johann Elias Ridinger (1759-1767), Johann Esaias Nilson (1769-1786), Johann Elias Haid (1786-1808). Auch außerhalb Augsburgs fand die Akademie große Beachtung, was sich in der Mitgliedschaft bedeutender auswärtiger Künstler und Gelehrter ausdrückte. 1779 Reorganisation durch Paul von Stetten d. J. Nach dem Verlust der Reichsfreiheit Augsburgs und der offiziellen Gründung der Münchner Akademie wurde die Reichsstädtische Kunstakademie 1808 zu einem nicht eigenständigen Institut (Provinzial-Kunstschule). 1813 wurde die Bezeichnung Reichsstädtische Kunstakademie offiziell liquidiert. 1820 Gründung der königlichen Kunstschule zu Augsburg, die 1835 aufgelöst und in die Polytechnische Schule übernommen wurde. Nach deren Schließung (1864) wurde der Unterricht ohne Schulordnung weitergeführt. 1877/81 Neuorganisation der ’Städtischen Höheren Kunstschule’. 1906 Umzug von der Stadtmetzg in die Hallschule. 1921 verwaltungstechnische Eingliederung in die Gewerblichen Fachschulen der Stadt. Seit 1960 offiziell Werkkunstschule der Stadt Augsburg, seit 1971 Fachbereich Gestaltung der Fachhochschule (heute Hochschule für Angewandte Wissenschaften).

Elisabeth Bäuml, Geschichte der alten reichsstädtischen Kunstakademie von Augsburg, Diss. München 1950; Eugen Nerdinger / Lisa Beck, 300 Jahre Schule für Gestaltung in Augsburg, 1987; Bruno Bushart, Die Augsburger Akademien, in: Academies of art between Renaissance and romanticism, 1989, 332-347.

Ausstellung der Reichsstädtischen Kunstakademie 1780



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