Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Reihing

(Roeynck, Rühing), Kaufmanns- und Patrizierfamilie

Von: Dr. Peter Geffcken (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • 1488 bis Anfang des 17. Jahrhunderts in Augsburg nachweisbar; 1488 Herrenstube; 1530 Reichsadel; 1538 Aufnahme ins Patriziat. Ludwig (I, † 1521), wohl ein Sohn des Ulmer Kaufmanns Erhard Reihing, erwarb 1487 durch Heirat mit einer Tochter des Kaufmanns Peter Imhof Augsburger Bürgerrecht und Stubenfähigkeit. 1488 vertrat er die Vöhlin in Antwerpen; wohl seit ihrer Gründung 1496/98 war er Teilhaber der Welser-Vöhlin-Gesellschaft. 1506-1521 vertrat er die Kaufleutezunft im Großen Rat. Sein Anschlagvermögen stieg von 3000 fl im Jahr 1489 auf 15.000 fl 1516 (42. Stelle). Von seinen vier Söhnen war Georg († 1548) als Fuggerfaktor (1524-1536) vor allem in Spanien tätig, Hieronymus († 1558) vertrat die Fugger-Gesellschaft (1527-1544) in Antwerpen und Frankfurt. Beide wurden 1538 ins Patriziat aufgenommen. Als Kaufmann ist auch noch Hieronymus’ Sohn Philipp († 1593) mit Geschäftsbeziehungen nach Oberitalien (Bozen, Verona, Mantua) fassbar. Mit dessen Neffen Karl ist die Nachkommenschaft Ludwigs in Augsburg erloschen. Im letzten Drittel des 16. Jahrhunderts übersiedelten noch einmal zwei Söhne des Ulmer Patriziers Hans Konrad Reihing nach Augsburg und wurden hier ins Patriziat aufgenommen. Jakob (I, † 1581) erwarb 1569 durch Heirat mit einer Vöhlin Augsburger Bürgerrecht und wurde 1574 als Patrizier in den Rat gewählt. 1579 erscheint er als Teilhaber der Christoph-Welser-Gesellschaft. Auch sein Bruder Bernhard († 1599) ist in den 1570er Jahren in Spanien im Dienst der Welser-Gesellschaft fassbar. 1580 erwarb er durch Heirat mit einer Welser Augsburger Bürgerrecht und trat 1581 auch die Nachfolge des Bruders im Rat an. Zwei Söhne Jakobs wurden Mitglieder des Jesuitenordens und studierten in Ingolstadt. Konrad Reihing († 1634) wirkte als Rektor des Jesuitenkollegs St. Salvator, Dr. Jakob Reihing (II, † 1628) als Hofprediger in Neuburg/Donau. Seine Konversion 1621, gegen die vor allem Georg Stengel heftig polemisierte, löste einen Skandal aus; er lehrte zuletzt in Tübingen.

Paul von Stetten, Geschichte der adelichen Geschlechter in der freyen Reichsstadt Augsburg, 1762, 248 f.; Kurt Schwindel, D. Jakob Reihing, 1931; Eduard Zimmermann, Augsburger Zeichen und Wappen, 1970, 2229; Franz Irsigler, Köln, die Frankfurter Messen und die Handelsbeziehungen mit Oberdeutschland im 15. Jahrhundert, in: Köln, das Reich und Europa, 1971, 422; Werner Schnyder, Handel und Verkehr über die Bündner Pässe im Mittelalter 1, 1973, 73, 76; 2, 1975, 403, 426, 432; Fritz Peter Geffcken, Soziale Schichtung in Augsburg 1396-1521, 1995, München Diss. 1983, 151, Anh. 170-212; Augsburger Eliten des 16. Jahrhunderts, 1996, 673-676; Biographisches Lexikon der Ludwig-Maximilians-Universität München 1, 1998, 332 f.

Jakob (II) Reihing



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