Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Tacitus

(Publius Cornelius Tacitus), * um 55 n. Chr., † um 120, römischer Geschichtsschreiber

Von: Prof. Dr. Wolfgang Kuhoff (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • Einer der bedeutendsten Geschichtsschreiber der römischen Zeit. Kurz nach 97 verfasste er sein drittes Hauptwerk, ’Germania’, das die Völker der Germanen und deren Lebensart beschreibt. An einer Stelle nimmt er Bezug auf die Provinz Rätien: Mit der hier erwähnten ’splendidissima Raetiae provinciae colonia’ (41,1) ist wohl die Provinzhauptstadt Augsburg gemeint. ’Colonia’ bezeichnet allerdings nicht die Stadt im Rechtssinn, sondern hat nur die Bedeutung ’große, römisch geprägte Siedlung mit Stadtcharakter’; Augusta Vindelic(or)um erhielt erst unter Kaiser Hadrian als ’municipium’ Stadtrecht. Alternativ wurde neuerdings auch Kempten als Deutung vorgeschlagen. Als Handelsplatz für die im Maingebiet ansässigen germanischen Hermunduren, die Tacitus nennt, wäre Kempten jedoch zu weit von der damals bereits über die Donau vorgeschobenen Nordgrenze der Provinz Rätien entfernt gewesen, so dass man eher an Augsburg denken sollte.

Ronald Syme, Tacitus, 1958; Gunther Gottlieb, Rechtsstellung und Verwaltung, in: Geschichte der Stadt Augsburg von der Römerzeit bis zur Gegenwart, 21985, 50-56; Gerhard Weber, Cambodunum-Kempten im 1. Jahrhundert n. Chr., in: Geschichte der Stadt Kempten, 1989, 22-35.



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