Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Uhrmacher

Von: Inge Keil (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • Schon 1364 existierte am Perlachturm eine Turmuhr, 1398 eine Uhr in der Ratsstube. Die ersten Uhrmacher sind in Augsburg seit dem 15. Jahrhundert ansässig. Sie gehörten damals zur Großzunft der Schmiede. Nach 1500 bildeten die Kleinuhrmacher ein eigenes Handwerk. Neben einheimischen Familien (u. a. Klieber, Marquart, Fronmiller, Peffenhauser) förderten Zuwanderungen auswärtiger Uhrmacher (u. a. Buschmann, Schlotheim, Reinhold, Roll) sowie Berufungen und Reisen Augsburger Uhrmacher ins Ausland die künstlerische und technische Gestaltung der Werke. Zwischen 1500 und 1700 sind in Augsburg 204 Meister nachweisbar. Seit Mitte des 16. Jahrhunderts war Augsburg in der Herstellung kostbarer und komplizierter Uhren bzw. Uhrautomaten in großer Formenvielfalt führend in Europa; Zusammenarbeit mit Goldschmieden und anderen Zulieferern. Die Uhrmacher stellten auch wissenschaftliche Instrumente und Musikautomaten her (Instrumentenmacher). Nur große, hochfürstliche Aufträge (z. B. Türkenverehrungen für den Wiener Hof) erlaubten den Augsburger Uhrmachern, alle Möglichkeiten ihrer Kunst auszuschöpfen. Im 16. und 17. Jahrhundert wurde, unterstützt von Handelsfamilien des Patriziats (Hainhofer), immer wieder kunstfertig Seltenes hervorgebracht, jedoch nie ein wirklicher technischer Fortschritt erzielt. Die einengenden Bestimmungen des Handwerks und ausländische Erfindungen, die die Uhr zum genaueren Zeitmessgerät machten, waren Gründe dafür, daß die Augsburger Uhrmacher zum Ende des 17. Jahrhjunderts ihre Spitzenstellung verloren.

Paul von Stetten, Kunst-, Gewerb- und Handwerksgeschichte der Reichs-Stadt Augsburg 1, 1779, 183-192, 2, 1788, 63-66; Maximilian Bobinger, Kunstuhrmacher in Alt-Augsburg, 1969; Klaus Maurice, Die deutsche Räderuhr 1, 1976, 163-192; Eva Groiss, Das Augsburger Uhrmacher-Handwerk, in: Die Welt als Uhr, 1980, 63-89; Volker Himmelein, Uhren und wissenschaftliche Instrumente, in: Welt im Umbruch 2, 1981, 55-57, 433-457.



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