Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Ulrich

von Türheim, * um 1210, † um 1250, späthöfischer Dichter

Von: Dr. Christoph Roth (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • Angehöriger des Ministerialengeschlechts derer von Türheim (heute Unter- und Oberthürheim/Zusam), das Verbindungen zu St. Stephan und St. Ulrich und Afra unterhielt (vgl. auch die Äbte Hiltibrand und Gebwin von Türheim). 1227-1247 Bediensteter Bischof Sibotos von Seefeld, stand aber auch in engem Kontakt zu dem in Wangen (Allgäu) ansässigen Reichsministerialen Konrad von Winterstetten († 1243), den Kaiser Friedrich II. mit der Erziehung des Thronfolgers betraut hatte. Demnach darf man sich Ulrich von Türheim als Mitglied des Dichterkreises um Heinrich VII. mit wechselndem Aufenthalt an verschiedenen Königspfalzen vorstellen. Literarische Werke: ein Cligès-Roman (’Clîes’, um 1230) und Fortsetzungen zu zwei der berühmtesten unvollendeten Werke der hochhöfischen Dichtung, Gottfried von Straßburgs ’Tristan’ und Wolfram von Eschenbachs ’Willehalm’, wobei Ulrich von Türheim formal seine Vorbilder nicht erreichte und inhaltlich deutlich anders konzipierte. Als Vermittler einer Quelle für seinen Willehalm-Roman (’Rennewart’, um 1240/50) nennt Ulrich von Türheim den Augsburger Bürger Otto Bogner. Seine literarische Produktion markiert den frühesten Zeitpunkt, da das städtische Bürgertum Augsburgs eine, wenn auch bescheidene, Rolle bei der Abfassung weltlich-ritterlicher Dichtung spielte.

Ulrich von Türheim, Rennewart, 21964; Lebensbilder aus dem Bayerischen Schwaben 9, 1966, 38-96; Ulrich von Türheim, Tristan, 1979; Ulrich von Türheim, Cliges, 1984; Literaturlexikon. Autoren und Werke deutscher Sprache 11, 1991, 480 f.; Die deutsche Literatur des Mittelalters. Verfasserlexikon 10, 21999, 28-39.



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