Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Vend

Kaufmannsfamilie

Von: Dr. Peter Geffcken (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • 1297-1403 in Augsburg nachweisbar. Um 1500 kennt die Augsburger Tradition eine angebliche Patrizierfamilie Vend, die auch nach 1368 zu den ’Herren’ gezählt haben soll. Bei diesem Konstrukt spielte wohl die auch von Achilles Pirmin Gasser kolportierte Nennung eines fiktiven Stadtpflegers Ulrich Vende (1282) eine Rolle. Obwohl zumindest Wilhelm Rehm in seiner Chronik zwischen ’Vennden’ und ’Fundan’ unterscheidet, ist zu vermuten, dass in der Tradition die Nachrichten von beiden Familien zu einer Einheit verschmolzen. In den Quellen erscheint ab 1297 eine in Schüben aus Schwabmünchen zugewanderte Familie Vend Angehörige dieser Familie lassen sich aber weder vor 1368 im Rat, noch nach 1368 als ’Herren’ belegen. Fassbar ist hingegen patrizisches Konnubium, vor allem im Umfeld des salzfertigerzünftigen Johann Vend († 1403), der sicher der bedeutendste Vertreter der Familie war. Der dreimalige Stadtpfleger zählte 1378-1389 zu den führenden Zunftpolitikern und wurde häufig mit wichtigen Gesandtschaften betraut. In erster Ehe (1365) wohl mit einer Rappolt verheiratet, heiratete er 1383 in zweiter Ehe eine Tochter des Stadtpflegers Konrad Bitschlin. Eine seiner Schwestern hatte den Stadtpfleger Konrad (II) Rehlinger, eine andere Konrad (II) Karg geheiratet.

Paul von Stetten, Geschichte der adelichen Geschlechter in der freyen Reichsstadt Augsburg, 1762, 116; Chroniken der deutschen Städte vom 14. bis ins 16. Jahrhundert 22, 341 f.; Eduard Zimmermann, Augsburger Zeichen und Wappen, 1970, 6248.



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