Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Verhelst

Künstlerfamilie

Von: Ulrich Kirstein (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • 1) Aegid d. Ä., * 13.12.1696 Antwerpen, † 19.4.1749 Augsburg, Bildhauer, Stuckateur. Lehre bei Vater Gillis in Antwerpen, seit 1718 in der Bildhauerwerkstatt am Münchener Hof. Nach längerer Tätigkeit in Ettal 1737 Gesuch um das Bürger- und Meisterrecht in Augsburg, bewilligt am 18.3.1738.
  • 2) Placidus, * 9.4.1727 Ettal, † angeblich 1778 Russland, Bildhauer, Modelleur, Ornamentkünstler. Sohn von 1). Nach Besuch der Ritterakademie in Ettal Ausbildung in der väterlichen Werkstatt, die er nach dessen Tod mit seinem Bruder 3) weiterführte. 1759 Bürger- und Meisterrecht in Augsburg. Seit 1774 Modelleur einer Porzellanmanufaktur in Moskau. Schuf 1762 Gruft und Grabmal des heiligen Ulrich in St. Ulrich und Afra. 1765/70 Ausstattung des nachmaligen Schaezlerpalais im Rokokostil (bedeutendes Werk des Augsburger Geschmacks).
  • 3) Ignaz Wilhelm, * 23.7.1729 München, † 12.11.1792 Augsburg, Bildhauer, Kupferstecher. Sohn von 1), Ausbildung wie 2), mit dem er die Augsburger Werkstatt weiterführte. Hofbildhauer des Fürstabts von Kempten, 1761 Aufnahme durch das Augsburger Domkapitel. Heirat mit Maria Klauber. 1774 Verordneter des Kunst-, Gewerbs- und Handwerksgerichts, Deputierter des Inneren Rates. Altäre und Kanzel in St. Stephan (1944 zerstört), Kanzel und Altartisch von evangelisch Heilig Kreuz und Epitaphien im Domkreuzgang.
  • 4) Aegid d. J., * 25.8.1733 Ettal, † 1818 München, Kupferstecher. Sohn von 1), Schüler J. R. Störchlins in Augsburg, anschließend Ausbildung in Paris. Seit 1765 in Mannheim Hofkünstler Kurfürst Karl Theodors. 1802 Übersiedlung nach München. Bereits seit 1789 Mitglied der Augsburger Reichsstädtischen Kunstakademie. Umfangreiches Œuvre, größtenteils Porträts.

Allgemeine deutsche Biographie 39, 1895, 622 f.; Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler 34, 1940, 248-251; Bosls bayerische Biographie, 1983, 802; Dagmar Dietrich, Aegid Verhelst (1696-1749), 1986, bes. 35-44, 156-189.

Aegid Verhelst d.Ä.



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