Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Vetter I

(’von der Lilie’, Patruus de Werdea), Patrizierfamilie

Von: Dr. Peter Geffcken (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • 1312-1408 in Augsburg nachweisbar. Die ab etwa 1240 fassbaren Vetter zählten zu den bedeutendsten Geschlechtern Donauwörths. Ihr Lilienwappen führten auch die Amman von Werd. 1312 erhielten die Brüder Konrad (III, † nach 1341) und Otto (II, † 1355/60) zusammen mit den Vetter (II) das Augsburger Bürgerrecht. Schon 1319 sind beide wieder in Donauwörth bezeugt. Größere Bedeutung erlangte Konrad (IV, † 1359/62), der 1353 Bürgerrecht erwarb, nachdem er eine Tochter Johann Langenmantels (I) geheiratet hatte. Ihm gelang die Aufnahme in den Rat, 1356 wurde er zum Stadtpfleger gewählt. Sein früher Tod verhinderte eine politische Karriere und eine dauerhafte Verankerung der Familie in Augsburg. Die Witwe heiratete um 1370 Hartmann von Burgau und zog mit ihrem Sohn Konrad (V, † nach 1395) weg; erst in den 1380er Jahren kehrte sie nach Augsburg zurück. 1360 übersiedelte Ludwig (V), ein Sohn Ottos (II), nach Augsburg, der hier bis 1372 als Bürger bezeugt ist. Da 1368 zwei männliche Vetter Augsburger Bürger waren, dürften sie nach Einführung der Zunftverfassung (Zunfterhebung) zu den ’Herren’ gezählt haben. Belegt ist dieser Status nicht, da sie schon in den 1370er Jahren aus den Augsburger Quellen verschwinden. Nach Heirat mit Afra Langenmantel (I) erwarb 1408 Claus Vetter († 1431/39) kurzfristig Augsburger Bürgerrecht. Mit ihm reißen die Verbindungen nach Augsburg ab. Zu neuen Subzentren der Familie entwickelten sich Ulm und Nördlingen, wo die Vetter dem Patriziat angehörten.

Eduard Zimmermann, Augsburger Zeichen und Wappen, 1970, 3321 f.;Fritz Peter Geffcken, Soziale Schichtung in Augsburg 1396-1521, 1995, München Diss. 1983, Anh. 231.



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