Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Villenbach

(von Villenbach), Adels- und Patrizierfamilie

Von: Dr. Peter Geffcken (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • 1369-1454 in Augsburg nachweisbar. Die niederadeligen Villenbach lassen sich seit Ende des 12. Jahrhunderts im Raum Wertingen nachweisen. Nach dem Tod des ersten Gatten, Albrecht von Villenbach († 1352/55), übersiedelte die Witwe Katherina, eine Tochter des Stadtpflegers Johann Portner, mit ihrem Sohn Albrecht nach Augsburg und heiratete den Stadtpfleger Johann Amman von Werd. Eine dritte Ehe schloss sie mit Stadtpfleger Johann (I) Dachs. Obwohl die Villenbach vor 1368 nie dem Rat angehörten, wurde ihr Sohn als Enkel und Stiefsohn patrizischer Stadtpfleger bei Einführung der Zunftverfassung (Zunfterhebung) als Patrizier anerkannt. Seit 1383 war Albrecht († 1406/07) Ratsherr ’von Herren’ und amtierte mehrfach als Baumeister, bis er 1397 wegen Eigenmächtigkeiten relegiert wurde. 1399 stiftete er zwei Altäre mit Vikarien bei St. Moritz. Schon sein Sohn Ulrich († 1454/55) vollzog die Rückkehr in den landsässigen Adel und schied faktisch aus dem Patriziat aus. Er blieb zwar Augsburger Paktbürger, lebte aber auf seinen Besitzungen in Bobingen. Von seinen Söhnen ist noch Albrecht als Domherr in Augsburg belegt. Die Sonderstellung der Villenbach dokumentiert auch das Konnubium mit den Adelsfamilien der Rechberg und Freiberg.

Chroniken der deutschen Städte vom 14. bis ins 16. Jahrhundert 4, 316; Eduard Zimmermann, Augsburger Zeichen und Wappen, 1970, 4257, 4259 f.; Fritz Peter Geffcken, Soziale Schichtung in Augsburg 1396-1521, 1995, München Diss. 1983, 139, 213, Anh., 6-98.



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