Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Vöhlin

Patrizier-, Kaufmannsfamilie

Von: Prof. Dr. Mark Häberlein (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • Die Vöhlin stammen aus Memmingen, wo sie schon im 15. Jahrhundert eine bedeutende Fernhandelsgesellschaft innehatten. 1496/98 schlossen sich Konrad Vöhlin († 1511) und sein damals ebenfalls in Memmingen ansässiger Schwager Anton Welser zur Welser-Vöhlin-Gesellschaft zusammen, die 1508 mit 18 Teilhabern Verbindungen nach Italien, Spanien, Frankreich, den Niederlanden und nach Übersee (Madeira, Kanarische Inseln, Ostindien) unterhielt. Bereits vor dem Tod Konrads verlagerte sich der Schwerpunkt der Firma durch die Übersiedlung Anton Welsers nach Augsburg. Konrads Sohn Hans (* 1488, † 19.12.1556) zog 1526/27 ebenfalls nach Augsburg, wo er 1538 ins Patriziat aufgenommen wurde. 1532-1547 vermutlich Teilhaber der Gesellschaft seines Vetters Bartholomäus Welser. Nach 1550 leitete er eine eigene Firma, die geschäftliche Beziehungen nach Venedig, Antwerpen und Lyon hatte. Seine Söhne Konrad d. J. und Paul unterhielten 1569-1573 auch Geschäftskontakte nach Hamburg und Danzig. Konrad war 1561/62 Augsburger Bürgermeister. Sein Bruder Hans d. J. war 1559-1562 Mitglied des Geheimen Rates. Der Augsburger Zweig der Familie war im Besitz des 1503 von Konrad Vöhlin erworbenen Gutes Ungerhausen.

Richard Ehrenberg, Das Zeitalter der Fugger 1, 1896, 196; Ascan Westermann, Die Vöhlin zu Memmingen, in: Memminger Geschichtsblätter 9 (1923), 33-41; Raimund Eirich, Memmingens Wirtschaft und Patriziat 1347-1551, 1971, 119-174; Theodor Gustav Werner, Bartholomäus Welser, in: Scripta mercaturae 1 (1968), 104; Katharina Sieh-Burens, Oligarchie, Konfession und Politik im 16. Jahrhundert, 1986, 76-84; Walter Großhaupt, Die Welser als Bankiers der spanischen Krone, in: Scripta mercaturae 21 (1987), 176 f.; Augsburger Eliten des 16. Jahrhunderts, 1996, 858-862.



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