Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Völkwein

(Voelkwinus, Volquinus), Patrizierfamilie

Von: Dr. Peter Geffcken (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • 1244-1376 in Augsburg nachweisbar. Der ab 1244 belegte ’Volcwinus’ († 1284/89?) tritt in den Quellen als bedeutende Persönlichkeit hervor und wird mehrfach als ’consul’ bezeichnet. Sein ab 1267 genannter Sohn Völkwin († 1284/89) stand zeitlebens im Schatten des Vaters. Wohl dessen Söhne oder Enkel sind die seit Anfang des 14. Jahrhunderts auftretenden Brüder Johann (I, † 1323/46), Konrad und Bartholomäus († 1345/46). Die Umschrift eines Siegels von 1309 belegt, dass der älteste, Johann, Augsburger Münzmeister war. Wahrscheinlich zählten also die frühen Völkwein zum Kreis der Münzerhausgenossen. Obwohl weder großer Grundbesitz noch bedeutende Stiftungen belegt sind, müssen einzelne Völkwein sehr vermögend gewesen sein. Die Erwähnung eines ’richen Völkwein’ bezieht sich wohl auf den Weinhändler und Gastgeb Johann (II, † 1372/76?). Als Augsburger ’Wirt’ Herzog Stephans von Bayern war er auch an dessen Finanzoperationen beteiligt. In seiner Hand lag z. B. die Verwaltung von Herzogsgut, das die Wittelsbacher an die Herren von (Hilpold-)Stein verpfändet hatten. Im ausgehenden 14. Jahrhundert sind die Völkwein in Augsburg wohl erloschen. Als letzter lässt sich der Goldschmied Konrad Völkwein († nach 1376) sicher identifizieren. Eine Zugehörigkeit zu den ’Herren’ nach 1368 ist nicht belegt.

Eduard Zimmermann, Augsburger Zeichen und Wappen, 1970, 1311, 1570 f.; K. Sieber, Die Anfänge des Augsburger Patriziats bis zum Stolzhirsch-Aufstand, Zulassungsarb. München 1968, 63-65.



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